Samstag, 10. Oktober 2009

Samstag, 10.10.2009

Das halbe Jahr Irlandentzug ist um und nun war es endlich wieder soweit.

Nachdem der gestrige Tag mit dem grammgenauen Packen der zwei Handgepäckkoffer (je 10kg) und des einen großen Koffers (15kg) teilweise etwas stressig verlief („also du musst von deinen 8 Langarm-Shirts für 7 Tage mindestens 2 daheim lassen oder du kannst kein Buch einpacken“ – sagte… nein nicht er zu ihr sondern umgekehrt „ich füll von meinem Aftershave-Balsam mal lieber etwas in eine Ü-Ei-Kapsel ab, das spart 100g“ und „achwas, vier Müsliriegel statt acht sind auch genug“) *lach*, war die Nacht dann etwas kurz und um 2:30 Uhr schellte erbarmungslos der Wecker.
Das Autobeladen mit den drei Koffern verlief ja ganz entspannt – wenn man bedenkt, dass wir sonst immer den Auszug aus Rom haben, so viele Taschen und Tüten kommen bei einem Inlandsurlaub mit – und wir uns fragten, ob man mit dem wenigen Gepäck, welches zu zwei Dritteln ja aus Foto- und Notebooktechnik sowie gebundenem Wissen und schöngeistiger Literatur bestand, überhaupt eine Woche überleben kann. Na schauen wir mal.

Regentrude on tour – klar, dass es dann bis zum Flughafen Weeze auch regnete. Glückes Geschick – vom ziemlich überfüllten Parkplatz und der fast letzten Parkreihe kamen wir trockenen Fußes (wobei das aber an unseren Gummistiefeln lag, die wir gewichtssparend schon an den Füßen trugen und nicht an den vielleicht trockenen Wegen – nein, die waren teils mit tiefen Pfützen übersäht) und trockenen Hauptes am Flughafengebäude an. Klar war uns sofort – die längste Schalterschlange gehörte zu unserem Flug, wobei man ja dachte, mit dem OnlineCheckIn-Zwang wäre die Zeit des Anstehens vorbei. Alle hatten trotz der recht hohen Koffergebühr eben doch was abzugeben. Im Vergleich zu den Osterferien scheinen die Herbstferien doch was Besonderes zu sein – alle Welt war unterwegs, wohin auch immer… voll, voller, am vollsten. Witzigerweise entdeckten wir eine junge Frau in unserer Schlange, welche auch Ostern schon im gleichen Flieger gesessen hatte :) Irlandfans eben.
Als wir dann an der Reihe waren, bekamen wir den Lohn für unseren Packstress – mit 14,5kg hatten wir sogar noch 500g Untergewicht, da kann man ja direkt in Irland noch was einkaufen *lach*. Weiter direkt zur Sicherheitskontrolle – prima, unsere Kabinenkoffer waren mit 9,9kg und 9,7kg auch normgerecht. Dann Sicherheitcheck – ich dachte ja, im Zeitalter der Terrordrohungen würde man etwas genauer hinsehen, aber eher das Gegenteil schien der Fall, ruckzuck und problemlos waren wir durch. Nun hatten wir noch 30min bis zum Boarding, perfektes Timing also.
Diesmal waren zum Glück nicht so viele Priorities vor uns, vielleicht haben ja alle gemerkt, dass es nicht wirklich Sinn macht, 100. Priority für je 3€ zu sein und dann trotzdem keinen Wunschplatz zu haben.
Wir konnten erstmal durch den nun strömenden Regen etliche hundert Meter übers Rollfeld spurten und bekamen im vorderen Teil einen schönen Platz – ich wollte ja am Gang sitzen und so ließen wir zur Verwunderung der anderen unseren Fensterplatz frei.
Mit leichter Verspätung (wir waren Maschine 6 an diesem Morgen im Zeitfenster von 40min und das auf diesem Miniflughafen) und der freundlichen Ansage des Kapitäns, dass uns unterwegs Turbulenzen erwarten würden, starteten wir. Trotz eingenommener homöopathischer Mittel gegen Flugangst ging es mir während des Fluges ziemlich mies. Irgendwie wird das jedes Mal schlimmer, muss wohl am Alter liegen ;) Hinter uns saß Atze Wichtig mit seiner Prollfamile – ich glaube, die wollten eigentlich zum Ballermann, so wie sie sich gebärdeten. Bevor mir der Kragen platzte, setzte ich Kopfhörer auf und drehte auf Lautstärke 10 oder so… Fast während des gesamten Fluges sollten alle angeschnallt bleiben (außer die Flugbegleiter/innen natürlich, welche wieder Getränke, Rubbellose und Parfüm an Mann und Frau bringen mussten), doch die angekündigten Turbolenzen fielen zum Glück aus bzw. flog der Kapitän drumherum, über Amsterdam, Manchester, Dublin und dann von oben ein nach Shannon.
Nach mir endlos erschienenden 1:45 Std. und dem ziemlichen Geruckel durch die dicken Wolkenschichten setzen wir endlich auf – täterätetätetäää – die Pünktlichkeitsfanfare erschallte und die Massen klatschten – irgendwie sind die Irlandfans auch nicht mehr die, die es mal waren. Diesmal war wohl der Flieger überfüllt mit Kegelklubs und Hausfrauenwandervereinen – so kam es mir vor *nerv*
Irland war noch recht dunkel, was ja auch an der Stunde Zeitverschiebung lag – aber trocken.
Nun noch fix das Auto abgeholt – diesmal wartete ein KIA picanto auf uns, klein und schwarz (aber nicht stark). Zwei von drei Koffern gingen nur auf den Rücksitzen zu verstauen ;) ansonsten ja ganz nett und für zwei Leute auch ausreichend.




Das Linksfahren ging wie von selbst und ruckzuck waren die 2,5 Std. Fahrt durch die schöne herbstliche Landschaft bei teilweise sogar Sonnenschein vorbei und wir trafen am Cottage auf unseren Vermieter. Willkommen zu Hause – dachte ich so, es war wirklich ein heimatliches Gefühl, was mich da überkam.
Die Hütte war leider eisigkalt, so dass wir erstmal nur die Heizung anwarfen (Notiz nur für uns: die Pinüppel der Heizungsschaltuhr außen heißt an und Stellpin mittig zwischen I und 0) und uns direkt auf Nahrungssuche in die bekannten Discounter begaben. Auch da fanden wir ziemlich schnell unsere Irland-Lieblingsspeisen und im Cottage gab’s erstmal Cappu und Kuchen und dann wurde fix alles aus- und eingeräumt. Ein kurzes Nachmittagsschläfchen war nun angebracht, zumindest für den Herrn, ich hatte ja Bericht zu schreiben *lach* und genoss die absolute Stille und Einsamkeit dieses Hauses und der Gegend. Bissel Regen wäre jetzt nett gewesen, aber das klappt heute wohl nicht mehr.
Fotos vom Haus haben wir erstmal keine gemacht, es gibt sie ja ausreichend auf dem Frühjahrsblog zu sehen.

Der erste Tag klang mit dem für uns typischen Erste-Abend-Gericht und einem ebenso dazu gehörenden Kaminfeuer aus.




173km
Sonnig-bedeckt, trocken, ca. 14°C (haben diesmal leider kein Thermometer im Auto, so dass die angegebenen Temparaturwerte auf dem Wetterbericht und unserem Gefühl basieren)

1 Kommentar:

  1. Liebe Doreen

    Danke für diesen amüsanten Bericht über den ersten Tag Eurer Reise. Ich konnte mir alles so schön bildlich vorstellen, vor allem die Leute im Flugzeug *lach*.
    Und jetzt schaue ich gleich mal, was Ihr sonst noch erlebt habt.

    Liebe Grüsse
    Carola

    AntwortenLöschen